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schnuffelrudel

AnjaIsReading

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Vollidiot - Tommy Jaud Vollständige Rezi ===> AnjaIsReading | Tommy Jaud – Vollidiot

2 totoros

Ich bin gerade ziemlich stolz auf mich, denn ich habe es geschafft! Ich habe es geschafft, das Buch bis zum Ende zu lesen, es durchzustehen, es nicht abzubrechen. Und das, obwohl ich eigentlich nichts weiter tun wollte, als diesen Mist gegen die Wand zu werfen. Oder vom Balkon. Oder es im Main zu versenken.
Letztendlich hat sich das Durchhalten aber doch auf gewisse Weise gelohnt, denn meine Befürchtung, dass sinnlos Bäume für das Papier gefällt wurden, auf das die Geschichte gedruckt wurde, oder dass man aus diesem Papier besser Rauhfasertapete hergestellt hätte, hat sich nicht bestätigt. Jedenfalls nicht ganz.

Obwohl das Buch recht amüsant beginnt – wie kann auch ein Ausflug zu IKEA an einem Samstag nicht amüsant sein – wird schnell klar, dass es eine ziemliche Luftnummer ist. Stellenweise ist es zwar immer wieder witzig und schafft es, für den ein oder anderen Lacher zu sorgen, allerdings ist es auch unheimlich dämlich und primitiv. Hinzu kommt, dass die Witze oft unter der Gürtellinie sind und immer sich ständig wiederholenden Grundlagen beruhen. Da wäre zum einen der Gay-Fitnessclub, in dem Simon sich aus Versehen angemeldet und einen Zwei-Jahres-Vertrag abgeschlossen hat, und dessen Zielgruppenpublikum. Weiterhin kreuzt der ein oder andere Ossi Simons Weg, hinzu kommen Leute mit Gewichtsproblemen und Leute mit nicht simonkonformen Modegeschmack. Und Sex. Ständer hier, ficken da, rummachen dort. Das sind die Säulen, auf denen sich der Vollidiot-Humor stützt. Keine Situationskomik, kein Wortwitz. Einfach nur anspruchslose Anwandlungen, die anscheinend Sarkasmus sein sollen, es allerdings nicht sind. Ganz nett war ein Running Gag, der mich zwar immer wieder hat Grinsen lassen, aber trotzdem ziemlich überflüssig war.
Vielleicht muss man ja ein Mann sein, um diese Art Humor gut zu finden, aber meiner hat das Buch gelesen und war ebenfalls nicht gerade angetan.

Zur Handlung lässt sich nicht viel sagen. Der Hauptplot – das Erobern der Traumfrau – nimmt nicht unbedingt viel Platz ein, zieht sich aber auf die ein oder andere Weise durch das ganze Buch. Hätte man sich mehr darauf konzentriert, hätte das der Geschichte mit Sicherheit sehr gut getan. Leider wird sie durch viele zusammenhangslose Nebenhandlungen verwaschen. Manche finden noch einmal Erwähnung, andere sind einfach sinnloses in die Länge ziehen.
Zum Ende hin wurden Buch und Protagonisten besser, das Ende selbst war sogar ziemlich gut. Mit einem Befreiungsschlag auf dem IKEA Parkplatz endet das Buch ähnlich, wie es begonnen hat. Allerdings mit einem inzwischen angenehmeren Simon Peters.