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Überman - Tommy Jaud

2.5 Totoros

Rezension auch hier: Tommy Jaud – Überman | AnjaIsReading

Nach Vollidiot und Millionär ist Überman der dritte und (hoffentlich) letzte Roman der Simon Peters Reihe. Hoffentlich deshalb, weil die Figur einfach auserzählt ist. Das war sie schon nach dem zweiten Band, der nicht nur ein gewaltiger Schritt nach vorn war, was die Charakterentwicklung angeht, sondern auch mit einem passenden und versöhnlichen Ende glänzen konnte.
Und obwohl Überman in Ansätzen wirklich gut war und mit einigen wunderbar bekloppten Ideen aufwarten konnte, hat sich die Story als reichlich dämlich und extrem überflüssig herausgestellt und hat sich obendrein unheimlich in die Länge gezogen. Hier hat die Beschreibung mehr versprochen, als das Buch halten konnte.

Eigentlich hatte alles ganz vielversprechend angefangen. Die Anspielungen auf das aktuelle Zeitgeschehen gepaart mit Simons ureigener Blödheit und Jauds teilweise irrem bis grenzdebilem Humor haben mich wahrhaft Tränen lachen lassen. Simons Kampf mit einem Kochbuch von Jamie Oliver (und was sich daraus ergibt) zum Beispiel war zu genial.
Leider hat sich mit jedem Kapitel immer mehr Schwachsinn in die Geschichte geschlichen, wodurch sich diese von amüsant-unterhaltsam zu bescheuert-dämlich-unnötig entwickelt hat. Die Idee, den angeblichen Weltuntergang (man erinnert sich? Maya-Kalender? 21.12.2012?) zu verwursten, ist generell echt gut. Wie Jaud das allerdings seinen “Helden” hat tun lassen, ist schlichtweg misslungen. Überdreht hätte ich mir noch gefallen lassen, vielleicht auch klamaukig. Aber was mit Überman geboten wird, ist einfach nur absurd und vollkommen übertrieben.

Das liegt aber nicht nur an der Geschichte selbst (die schon schlimm genug ist), sondern zum Großteil am Hauptprotagonisten Simon Peters. Himmel, der Kerl ist so dämlich, dass es schmerzt. Meine Annahme, die Vollidiotenphase wäre mit Millionär vorbei, hat sich als falsch herausgestellt, und wenn ich darüber nachdenke, war der Kerl besonders in der zweiten Hälfte des Buches teilweise noch schlimmer als in Vollidiot. Was bringt einen Autor dazu, der positiven Entwicklung (oder generell der Entwicklung) seines Hauptprotagonisten nicht nur einen Riegel vorzuschieben, sondern sie gleich wieder umzukehren? Ist das Entwicklung rückwärts? Was auch immer, es war ein Schuss in den Ofen.

Ich weiß nicht, ob das Buch unter Zeitdruck geschrieben wurde oder einfach schlecht durchgeplant war (vielleicht war es auch wirklich so beabsichtigt, was mich an den Fähigkeiten des Autors zweifeln lassen würde), aber nicht nur Simon Peters, sondern auch der Plot werden in der zweiten Buchhälfte zum Ärgernis. Alles wirkt so unmotiviert, so uncharmant und lieblos, als hätte Jaud die Lust verloren und nur mal eben abstruse Szenen zusammengeschraubt, um ein vollständiges Buch liefern zu können.

Ein bisschen versöhnlich stimmt mich das Ende der Geschichte. Der *hust* Plot ist zwar für mich nicht wirklich abgeschlossen (warum nicht endlich mal eine richtige Klatsche für Simon? Das hier war ein schlechter Witz -.- Und wenn der Kerl immer wieder auf die Füße fällt, ist es doch kein Wunder, dass er ein Idiot bleibt…), jedoch wird der Kreis zu Jamie Oliver geschlossen und damit noch einmal richtig aufgefahren.

Eigentlich müsste ich mich über den Schreibstil aufregen, den bei dem sträuben sich meine Nackenhaare. Der Satzbau ist gruselig. Das ist aber bei Simon Peters Büchern nichts Neues. Bei so einem Kerl erwartet man keine ausgefeilten Konstrukte. Das passt also ^^

Alles in Allem ist das Buch trotz meiner Meckerei schon recht in Ordnung. Der Anfang war grandios und die erste Hälfte noch ziemlich in Ordnung. Danach geht es zwar steil bergab und etliche Abschnitte möchte ich gern aus meinem Gedächtnis brennen, aber letztendlich kriegt das Buch noch einmal gerade so die Kurve.
Insgesamt also etwas besser als Vollidiot, allerdings schlechter als Millionär. Zweieinhalb Totoros.