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schnuffelrudel

AnjaIsReading

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4 Totoros

Bei diesem Buch kann man eigentlich nur eins tun: Hirn ausschalten und Spaß haben. Die Story ist platt wie ein ostfriesisches Hochgebirge und schräg wie der Schiefe Turm von Pisa. Matze, der Ich-Erzähler, schlittert auf der Suche nach entweder einen Reisestecker oder einem Computer mit Internetanschluss von einer Katastrophe in die nächste. Unterstützt – oder eher nicht – wird er dabei von Reisekollegen, die allesamt einen an der Waffel haben.
Viel mehr kann man über das Buch eigentlich gar nicht sagen. Man muss selbst erleben, wie die Gurkentruppen angeführt von Bahee, dem wahrscheinlich entspanntesten und coolsten Reiseführer überhaupt, durch Städte, Dörfer und Wüste eiert, nein, latscht, und währenddessen sämtliche Stufen des menschlichen Miteinanders durchlebt, die bei wild zusammengewürfelten Individuen auftreten können – angefangen von gezwungener Höflichkeit bis hin zu “Ich will die Scheidung”.
Und in allen Slapstick, alle Situationskomik, alle Bekloppte Situationen mischen sich immer wieder wunderschöne Beschreibungen der namibischen Landschaft. Die kommt zwar generell etwas kurz, was aber einleuchtet. Denn Matze hat ganz andere Sorgen, als sich um seine Umgebung zu kümmern. Da hätte zu viel Reisebeschreibung fehl am Platz gewirkt.

Überhaupt ist das Buch toll geschrieben. Nicht überkandidelt, nicht unterirdisch. Jaud kann mit Worten umgehen und auch die Grammatik ist ihm nicht fremd.
Hummeldumm ist ein geniales Buch, man muss den Humor aber mögen und sollte kein literarisches Meisterwerk erwarten. Denn wie gesagt, die Story ist ziemlich platt und die Charaktere gehen nicht unbedingt weit über die Eindimensionalität hinaus (Bahee lasse ich da außen vor, weil der ist wirklich absolut genial und wunderbar getroffen).

Leider wirkt der Humor im späteren Verlauf des Buches etwas aufgesetzt und leider vermiest das Ende den Spaß des Buches ein bisschen. Es ist zu sehr auf Friede-Freude-Eierkuchen getrimmt und hat etwas Gutmensch-haftes. Natürlich freut es mich, dass alles gut ausgegangen ist und niemand zwangsentlebt wurde. Aber das große “wir haben uns alle lieb” war dann doch etwas zu viel.

Davon abgesehen ist Hummeldumm aber ein herrlich beklopptes und geniales Lesevergnügen.