11 Follower
10 Ich folge
schnuffelrudel

AnjaIsReading

Ich lese gerade

Geektastic: Stories from the Nerd Herd
Holly Black, Cecil Castellucci, Barry Lyga, Tracy Lynn
Tigers and Devils
Sean Kennedy
Bereits gelesen: 24 %
The Raven Boys
Maggie Stiefvater
Bereits gelesen: 34 %
Verräter der Magie - Rebecca Wild Vollständige Rezi hier: AnjaIsReading | Rebecca Wild – Verräter der Magie

5 totoros

Ich muss gestehen, dass ich keine großen Erwartungen in das Buch gesetzt hatte. Dazu wusste ich zu wenig darüber und die Zusammenfassung verrät ja auch nicht gerade viel. Im Nachhinein gesehen steht aber fest, dass egal gewesen wäre, welche Erwartungen ich gehabt hätte, sie wären auf jeden Fall mehr als erfüllt worden – in meinem Fall halt übertroffen.

Schon nach den ersten Seiten war ich in tief in der Geschichte drin, die Worte haben mich regelreicht hineingesogen und nicht mehr losgelassen. Einmal eingetaucht in diese Welt – die übrigens sehr lebendig und bildhaft dargestellt wurde – konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen. Unterbrochen von Schlaf und Arbeit war das Buch schneller fertig, als mir lieb war.

Die Geschichte beginnt mit dem Magier Cian Kinsley und dessen Ermordung. Zum Glück (für ihn zumindest ^^) konnte er vor dem Ableben noch einen Zauber loslassen, der seinen Geist von seinem Körper löst. Körperlos geistert er umher, um sich einen, ähm, Zwischenwirt zu suchen, bis er in einen anderen Körper schlüpfen und diesen übernehmen kann.
Dass er dabei ausgerechnet im Kopf des Feenwesens Kira landet, ist ein sehr blöder Zufall, der für beide Seiten alles andere als erfreulich ist.

Damit geht es los, das Spiel “Der Feind in meinem Kopf”, denn Magier und paranormale Wesen sind sich alles andere als grün. Und das ist, besonders aus Sicht der Parnormalen, mehr als verständlich. Von den Magiern unter dem Vorwand, die Menschheit schützen zu wollen, in Reservate gesperrt, die ihnen innewohnende Magie lahmgelegt und ihrer beraubt, sollte es niemanden wundern, dass Feen, Nymphen und Co nicht gut auf ihre Widersacher zu sprechen sind.

Schnell wird der Eindruck erweckt, dass die Magier durch und durch böse sind, die Fantasiewesen durch und durch gut und die ganze Welt sowieso ungerecht. Doch sobald Kira feststellt, was und vor allem wer da in ihrem Kopf steckt und sie sich auf den Weg macht, um ihn wieder loszuwerden, wird immer klarer, das eben doch nicht alles so einseitig ist, wie es den Anschein hat.

Da ist unter anderem das, was dieses Buch so großartig macht. Es gibt nicht das Gute oder das Böse. Man bekommt es nicht mit eindimensionalen Protagonisten zu tun. Es gibt so viele Facetten, so viel zu entdecken. Die Autorin hat schlichtweg herrliche Charaktere erschaffen, die durch das Buch zu begleiten wirklich Spaß macht. So mögen die Magier zwar nicht sie sympathischsten Leute sein, sie sind machtgierig und von einer tiefsitzenden Angst getrieben, aber wirklich böse sind sie mir nicht erschienen. Ebenso sind die Paranormalen nicht nur lieb. Als Leser muss man ebenso wie Kira feststellen, dass nicht alle von den Magiern geschürten Ängste grundlos sind und das ein oder andere Wesen wirklich besser hinter hohe Mauern gehört. Fiese und nette Charaktere beschränken sich nicht nur auf eine Seite.

Verräter der Magie ist zwar keine Komödie, ist aber von jeder Menge Witz und Situationskomik durchzogen. Allein die ~Zwiegespräche zwischen Kingsley und Kira sind eine Nummer für sich. Doch man bekommt mehr geboten als das, so ziemlich die ganze Bandbreite an Emotionen wird abgedeckt. Man darf lachen, sich aufregen, staunen, wütend werden, dahinschmelzen, ja selbst ein bisschen Fremdschämen wird geboten. Obendrein ist die Geschichte temporeich, ohne gehetzt zu wirken, spannend erzählt und actiongeladen, es gibt keine Längen, keine unnötigen Passagen, außerdem weiß sie mit der ein oder anderen unvorhergesehenen Wendung zu verblüffen. Zwar hatte ich einen Verdacht, was den “Bösewicht” angeht, wurde aber dermaßen in die Irre geführt, dass ich diesen Verdacht wieder verworfen habe… und letztendlich ziemlich überrascht wurde.

Mein Highlight des Buches ist übrigens der Dämon Pooka, Kiras… ähm… Begleiter. Immer zu Stelle und immer für eine Überraschung gut. Ich will auch einen Pooka :)

Eigentlich gibt es nichts, was ich an Verräter der Magie auszusetzen hätte, außer vielleicht, dass ich mir noch ein klein wenig mehr Feuer zwischen Kira und Kingsley und etwas mehr vom Leben der schrägen Fee-Nymphe-Vampir-WG gewünscht hätte. Ach doch, ja, etwas auszusetzen habe ich dann doch: Das Buch war einfach zu Ende, dabei hätte ich so gern noch so viel mehr gelesen. So so gern, dass ich meine eiserne Regel gebrochen und die angehängten Seiten aus Gefangene der Magie gelesen habe. Ich lese grundsätzlich keine Kapitel vorab und mir wurde wieder bestätigt, warum ich das so halte. Es ist so quälend zu wissen, was einen erwartet, wenn es noch eine halbe Ewigkeit dauert, bis man das Verlangen danach stillen kann…

Verräter der Magie ist ein großartiges Lesevergnügen, das ich nur jedem ans Herz legen kann und das sich die fünf Totoros mehr als verdient hat :D